WALNUSS

Titelbild, Topf und Stoff

Ich habe bereits einmal einen Leinenstoff mit frischen Walnussblättern gefärbt, und war sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Da es eine ziemlich spontane Aktion war, und ich mein Rezept nicht dokumentiert habe, habe ich das Experiment wiederholt, diesmal mit einem Wollstoff.
Die Fotos des Leinenstoffes möchte ich trotzdem auch hier zeigen.

Das Färben mit getrockneten Walnuss-Schalen steht auch hoch oben auf meiner Vorhaben-Liste. Ich bin noch nicht dazu gekommen, da die Beschaffung des Pflanzenmaterials recht mühsam ist... Angeblich kann man mit ihnen eine sehr dunkle Farbe erreichen.

Die Krone des Walnussbaumes meiner Wahl ist vom Boden aus nicht erreichbar, also ist mein erster Schritt für dieses Projekt, auf einen Baum zu klettern. Ich breche die noch nicht verholzten Zweige ab, und lasse sie auf den Boden fallen, wo meine Freundin sie aufsammelt. Sie trennt die Blätter von den Zweigen und wiegt sie auf einer mitgebrachten Küchenwaage. So sammeln wir 160g frische Walnussblätter.
Wer niemanden zur Assistenz dabei hat, muss wohl entweder das Gewicht schätzen, oder mehrfach klettern. Vielen Dank für die Hilfe!

Mein zu färbendes Stück Wollstoff wiegt 109g.

Ich wasche die gesammelten Blätter kurz, dann gebe ich sie in den großen Färbetopf. Dann übergieße ich sie mit einem Liter Wasser, und noch einem Liter heißen Wasser aus dem Wasserkocher, damit das Ganze schneller aufkocht (also insgesamt 2l Wasser). Ich setze den Deckel auf den Topf, und lasse es kochen, bis sich die Blätter bräunlich verfärbt haben. Dann schalte ich den Herd aus.

Nachdem der Topf genug abgekühlt ist, um ihn und den Inhalt zu berühren, seihe ich die Blätter durch ein Tuch ab. Ich binde die Blätter in das Tuch ein und gebe sie zurück in den Topf. Den Stoff mache ich, wie immer, nass und gebe ihn dazu. Damit der Stoff ganz im Wasser liegt, gebe ich 0,8l dazu.

Ich stelle den bedeckelten Topf auf den Herd, und den Herd auf eine niedrige Stufe (3 von 9). Nach 15 Minuten kontrolliere ich die Hitze, wende den Stoff im Wasser, und stelle die Hitze eine Stufe höher.
Nach weiteren 40 Minuten bewege ich den Stoff erneut, und schalte den Herd aus, um den Inhalt langsam abkühlen zu lassen. Ich behalte den Deckel auf dem Topf.
Nach 25 Minuten bewege ich den Stoff im Topf. Das mache ich 5 Mal, bis das Ganze abgekühlt ist.
Ich möchte diesmal vermeiden, dass hellere Stellen auf dem Stoff entstehen, daher wende ich ihn öfter als sonst.

Nachdem ich den Stoff ein letztes Mal für 30 Minuten habe ruhen lassen, nehme ich das Tuch mit den Blättern aus dem Topf, und gebe 3 EL Tafelessig zum farbigen Wasser (und Stoff). Ich wasche den Stoff in der Essiglösung, um die Farbe zu fixieren.

Wie sonst auch, wasche ich den Stoff erst mit kaltem Wasser, bis es klar ist, dann mit sensitiv-Waschmittel. Ich lasse ihn an Luft und Sonne trocknen.

Der Stoff hat einen satten, warmen Ocker-Farbton angenommen. An manchen Stellen hat er einen roten Unterton, an anderen geht er mehr ins Gelbe. Die Farbe ist kräftig und angenehm anzusehen. Ich bin sehr zufrieden.
Ich bin außerdem froh, diesmal mehr Pflanzenmaterial benutzt zu haben. Die Farbe fände ich, glaube ich, weniger schön, wenn sie nicht so kräftig wäre.

Diesmal habe ich mit frischen Pflanzen gearbeitet. Ich bin gespannt, wie sich das Ergebnis unterscheidet, wenn man die Blätter vorher trocknet. Vermutlich werde ich dieses Experiment auch irgendwann machen.

Material für Färbung:
109g Stoff
160g frische Walnussblätter
2,8l Wasser
3 EL Tafelessig

Zubehör:
großer Färbetopf
dünnes Tuch (20x20cm)
Putzhandschuhe
Kochlöffel
sanftes Waschmittel


Bild von Walnussblättern bei Sonnenlicht: Bild des Wollstoffes bei Sonnenlicht Scan des Stoffes: Scan des gefärbten Wollstoffes Scan des Leinenstoffes: Scan des gefärbten Leinenstoffes