... und wie ich sie herstelle.
Beizen dienen der Vor- und Nachbehandlung des Stoffes,
um die Farbe haltbarer zu machen oder zu verändern.
Inhalt:
Alaun
Eisenessig
Alaun (Aluminiumkaliumsulfat)
Ich behandele so gut wie alle meine Stoffe mit Alaun, bevor ich sie färbe.
Die meisten Farbstoffe binden gut an das Aluminiumsulfat, welches sich selbst beim Beizen an die Fasern des Stoffes heftet, und so quasi eine Brücke herstellt. Die Farbe wird so kräftiger, und waschfester. Nicht alle Farbstoffe brauchen eine Vorbeize!
Alaun ist in verschiedenen Formen in Apotheken erhältlich. Ich bevorzuge Granulat, da es sich gut wiegen lässt und nicht staubt.
Alaun-Staub sollte nicht eingeatmet werden!
Je 1l Wasser nehme ich 6g Alaun.
Ich löse die Kristalle in einer kleineren Menge warmem Wasser, und fülle dann mit dem Rest des (kalten) Wassers auf. So kann ich es sofort verwenden, ohne warten zu müssen, bis es abkühlt.
Die Textilien sollten feucht, aber nicht triefend nass sein, bevor sie ins kalte Beizbad gelegt werden.
Die Flüssigkeit wird, mit dem Stoff darin, auf 40°C erhitzt, und 1. Stunde bei 40°C gehalten. Dann wird alles von der Hitze genommen und über Nacht abkühlen gelassen.
Am nächsten Tag ist der Stoff fertig gebeizt! Er sollte mit kaltem Wasser, ohne Waschmittel (!), ausgewaschen werden. Die restliche Alaunlösung kann in einem geschlossenen Gefäß aufbewahrt, und benutzt werden, bis sie leer ist.
Eisenessig (Eisenacetat)
Eine Nachbehandlung mit Eisenessig kann die Farbe fixieren, verdunkeln, oder auch verändern. Zum Beispiel werden viele Gelbtöne nach Behandlung mit Eisen grün.
Die Herstellung ist recht einfach. Man braucht bloß ein Schraubglas (z.B. altes Marmeladenglas), ein paar nicht beschichtete Eisennägel, und weißen Essig. Mit Wasser verdünnte Essigessenz funktioniert natürlich auch.
Und man braucht ein paar Tage Geduld, bis die Reaktion im Schraubglas stattgefunden hat. Die Farbe der Lösung wird zu einem dunklen Braun. Es können sich auch eine Art Schaum oder Partikel in der Flüssigkeit bilden.
Das Ganze kann man so stehen lassen, oder die Nägel und Partikel abseihen. Letzteres sieht natürlich appetitlicher aus (Eisenacetat ist ungenießbar!).
Achtung: Eisen kann auch einen Einfluss auf die Textur des Stoffes haben. Der Stoff kann kratziger werden. Die Fasern können spröde und dadurch weniger haltbar werden.
Bei meinem Wollstoff habe ich selbst keine stärkere Kratzigkeit festgestellt, und auseinandergefallen ist er auch nicht. Er ist allerdings noch nicht sehr alt.
Vorsicht ist besser als Nachsicht, also empfehle ich, Tafelessig zum Fixieren benutzen, wenn eine Farbveränderung durch Eisen nicht direkt nötig ist.
Ich habe auch einmal versucht, Kupferessig herzustellen. Die Lösung aus Essigessenz und Wasser, die ich zusammen mit ein paar Stücken eines (vermutlichen) Kupferrohrs, und Fasern eines Kupferkabels, in ein Schraubglas gegeben habe, hat ihre Farbe allerdings nie verändert. Deshalb nehme ich an, dass keine Reaktion stattgefunden hat, und sich in dem Glas kein Kupferacetat, sondern bloß etwas Kupfer und etwas Essig befinden.
Ich weiß nicht, wieso es nicht funktioniert hat; vielleicht war meine Essiglösung nicht konzentriert genug, oder die Kupferstücke waren beschichtet... Oder es war gar kein Kupfer, sondern ein anderes, gleichfarbiges Metall.
Ich habe also keine persönlichen Erfahrungen mit der Verwendung von Kupferessig beim Färben, und kann deshalb auch nicht mehr dazu schreiben.
Ich wollte es zumindest hier erwähnen. Manchmal schlägt ein Versuch halt fehl. Nicht schlimm, ich habe den Inhalt des Glases einfach an Stelle von Tafelessig verwendet (Bei den Färbungen mit Klatschmohn und Holunder).
NACHTRAG 2025:
Der Kupferessig war fehlgeschlagen, weil ich das Glas zu früh verschlossen hatte. Ohne Sauerstoff kann auch nichts oxidieren! Eine Weile, nachdem ich das Glas geöffnet hatte, um die hier beschriebenen Färbungen zu machen, ist die Mischung blau geworden. :)